Review Godzilla In The Kitchen Album – Godzilla In The Kitchen

Publiziert am  06.07.2016 von Jörg Berlin

IMG_171301-700x350Godzilla In The Kitchen aus Jena sind:
Felix Rambach/Drums
Eric Patzschke/Gitarre
Simon Ulm/Bass

Progressiver Rock aus dem schönen Jena – erdig,druckvoll, pur, nicht verspielt und nun aufgemerkt: ohne Gesang. Eric Patzschke, der Gitarrist hat dazu einige klare Aussagen und nachvollziehbare Worte gefunden: „ Ähnlich wie auch elektronische Musik ohne Gesang auskommt wollten wir das auch für Rock Musik umsetzen … Bestimmte Emotionen oder Eindrücke wie man es vielleicht auch bei Film Musik wahrnimmt, nur reduziert auf Gitarre, Bass und Schlagzeug …

Das alleine hat uns von Clios69 Musicworld aufmerksam werden lassen und uns herausgefordert „ Godzilla In The Kitchen“ näher zu beleuchten.

Das GODZILLA IN THE KITCHEN nicht erst seit gestern am Start sind (seit 2011 in dieser Dreier-Formation), konnten wir Ihrer Bandvita und dem uns vorliegenden Album schnell entnehmen.

Produktionstechnisch gibt es kaum was zu bemängeln; etwas mehr Klarheit in den Drums hätte dem Ganzen allerdings noch mehr Druck und Intensivität verliehen.

Cover_1_Front_name_weiß1Trackliste:
01.Up The River
02.Broken Dance
03.The Turn
04.Elis Speech
05.Propagation Of Violence
06.Dr.Moth
07.Stick To Your Daily Routine
08.Provoking As Teenage Sex
09. The Universe Is Yours
10.The Fridge

Webseite: http://godzillainthekitchen.de
Facebook: https://www.facebook.com/GodzillaInTheKitchen/
YouTube : https://www.youtube.com/watch?v=T1UaP8tjNaI

Der Opener „Up The River“ deutet bereits an wo es langgeht.

Fetter Gitarren- Basssound, der sofort durch sein facettenreiches Spiel zu überzeugen weiß und mit dem Drums ala Black Sabbath Bock auf viel mehr macht. Bereits in diesen ersten Minuten wird klar, dass das Trio professionell arbeitet und mit sehr viel Talent ausgestattet ist. Vergleiche mit den einschlägigen Bands der progressiven und alternativen Rockmusikszene zu ziehen gebietet sich bei diesem Album kaum; es lebt von seiner gesamten Eigenständigkeit und dem kaum noch für möglich gehaltenen Ideenreichtum.

Nachdem es mit dem zweiten Song „Broken Dance“ etwas gemächlicher weitergeht und kurz zum Entspannen herausfordert, holt mich „The Turn“ zurück in diesen intensiven spacigen Rocksound, der hämmernd und dreckig daherkommt. Rock`n`Roll in seiner derbsten Urform!

„Propagation Of Vilence“ , ein Brett mit leichten Hang zum Grungemetal tanzt mit einer Deutlichkeit und Härte gänzlich aus der Reihe ohne fremdartig zu wirken; mein Favorit.

Die Songs verstehen es bis hierher die Gedanken zu öffnen, einfach zuzuhören und an überhaupt nichts zu denken. Ich ertappe mich dabei wie ich die Songs immer und immer wieder wiederholen lasse.

Weiter geht es mit „The Universe Is Yours“ in dem zum ersten Mal Stimmen, wenn auch verzerrt zu hören sind. Zwar wird man davon überrascht, aber es stört in keinster Weise weil es einfach zu diesem Song punktgenau passt. Hier wird zudem in diesem Song die gesamte Bandbreite des musikalischen Könnens und Willens von GODZILLA IN THE KITCHEN deutlich – hier landet die opiate Herausforderung des Rock’n‘ Roll!

Jedes Album findet mal sein Ende, in dem Falle leider und das hat es wieder in sich.
„ The Fridge“, der letzte Titel des Albums zeigt sich von der harten Seite. Stampfend,hämmernd und streckenweise mit einer Schnelligkeit die schon sehr an den guten alten Trash & Speedmetal erinnert. Auch das passt zum Album – es kommt keinerlei Langeweile auf und „verdammt nochmal, wer braucht schon einen Gesang?“. Dieses Album mit Sicherheit nicht!

Meine Anspieltipp’s für Euch: „Up The River“, „The Turn“, „Propagation Of Violence“ und „The Universe Is Yours“.

Fazit:
Rockmusik in ihrer Urform, immer ein Stück weit über die Grenzen hinaus des Mainstream, die es versteht ohne Gesang komplett zu überzeugen. Auf diesem Album geht es um das reine,unverfälschte Klangerlebnis,um Musik die sich komplett fällen lässt und den Horizont nahezu grenzenlos öffnet. Die konsequente Art und Weise der Band ihre Musik in Jungfräulichkeit erstrahlen zu lassen, einzigartig zu machen ist mit Bravour gelungen und sucht aktuell Seinesgleichen. Ein Album das einer Droge gleichzusetzen ist – intensiv, erweiternd, abenteuerlich, sehr intensiv wie emotional in einer Art die jedoch nicht schmerzt.

Ich werde GODZILLA IN THE KITCHEN im Auge behalten und lege Euch „Godzilla In The Kitchen“ mit Nachdruck ans Herz!

Text: Jörg Berlin

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