Review Bremsspur – Auf zu neuen Wegen

Review Bremsspur / Auf zu neuen Wegen

Im März dieses Jahres habe ich euch an dieser Stelle ja schon gesagt, das „Bremsspur“ an einem neuen Album arbeiten. Ich konnte in Köln schon live was von den neuen Songs hören und habe festgestellt, da hat sich was bewegt in der Musik. So habe ich mit Spannung gewartet, dass das Album kommt. Nun habe ich die Musik vor mir. Das Album Auf zu neuen Wegen erscheint am, 07. Juli 2015 und kann schon jetzt unter: www.bremsspurband.de vorbestellt werden.

11652262_10204315632039874_1423628234_nTitel:
1. Auf zu neuen Wegen
2. Vergangene Tage
3. Pessimist
4. Gelernt zu Kämpfen
5. Prägende Zeiten
6. Erzählt uns die Wahrheit
7. Alter Freund
8. Szenehuren
9. Lebenslust

„…Ab jetzt gibt’s nur noch eine Richtung alles beginnt von vorn. Und ich fühle mich wie neugeboren…“ „…Es geht auf, auf zu neuen Wegen. Schlechte Gedanken und Gefühle lassen wir zurück. *Es geht auf, auf zu neuen Wegen*. Mit neuem Mut und neuer Kraft gehen wir unsern Weg…“ Der Titel des Albums, ist auch der erste Titel. Worte die ich gut auf die Musik von Bremsspur beziehen kann, die mir hier vorliegt. Ganz klar es ist und bleibt Punkrock, aber wo uns Thorsten auf dem Vorgänger „Sehend und doch blind“ die Worte noch voller Wut in die Ohren gehauen hat, klingt es jetzt wesentlich melodiöser, Thorsten hat den Gesang in sich gefunden, er spielt mit seiner Stimme. Sie ist weiter rau und dominant, aber er versteht es wesentlich mehr Gefühl in den Text zu legen.

Auch Instrumental bewegt es sich klar im Punkrock, der Rhythmus geht zügig voran und lädt zum pogen ein. Das ganze wird aber abgerundet, durch melodische Gitarren-Brücken, sie ziehen sich zum großen Teil durch die Titel, nehmen einen richtig mit und geben dem ganzen Ohrwurmcharakter.

Was mich an diesem Album ganz besonders fesselt sind die Texte. Sie sind so real, lebensnah, voller Emotionen. An vielen Stellen bearbeitet Thorsten die Vergangenheit und in einigen Momenten trifft er bei mir so, wie es nur wenige Bands schaffen. Am liebsten würde ich hier das Booklet wieder geben, aber das sprengt wohl den Rahmen und so versuche ich euch mal drei Texte etwas näher zu bringen.

*Gelernt zu Kämpfen* ist wohl der Titel der mich am meisten bewegt und ich würde ihn vielen Menschen gern ins Ohr prägen. „Man hat dich als Kind schon immer verarscht und dir gesagt dass du nix kannst. In der Schule da warst du der Looser von der Gesellschaft verbannt…“ „…Man hat dich abgestempelt, als ein „Ritalin“ Kind, wertlos und hyperaktiv und man kann auch wirklich nicht behaupten, dass es immer gut für dich lief. Doch jeder Tiefschlag hat dich geprägt und dir gezeigt dass du kämpfen musst…“ „…Du hattest das Gefühl nichts wert zu sein, du mochtest dich selber nicht und jeder weiterer Spruch war ein Schlag in dein Gesicht…“ „…Du hast gelernt dass man hart kämpfen muss wenn man was erreichen will und du weißt dass man stark bleiben muss wenn man was erreichen will…“ „…Hier ne Nachricht, an alle Mobber, an das elendige Pack,
mit euren Worten zerstört ihr Leben und bringt Leute ins Grab. Nicht jeder Mensch erträgt euren Hass, erträgt dieses Leid, das man euch eins auf die Fresse gibt dafür wird es Zeit…“ AD(H)S ich bin Mutter eines dieser Opfer der heutigen Gesellschaft und es werden immer mehr, wann wird man endlich merken es liegt nicht an den Kindern, sondern am System.
Zum nächsten Text muss ich nicht viel sagen, er ist selbstredend. „Ich muss jetzt was sagen, was mich schon lange stört. Die Verlogenheit der Medien ist das was mich empört…“ „…Glaubst du wirklich alles aus der Tagesschau? Sag mir Bist du bescheuert, oder bist du blau? Man vermittelt nur was wir glauben sollen Die Wahrheit ist schon lang verschollen…“ Die Medien und die Regierung, und das ist schon lange klar, das sind alles Marionetten von der USA. Es dauert nicht mehr lange bis es richtig kracht, es dreht sich nur um eines: MACHT! MACHT! MACHT!..“
*Erzählt uns die Wahrheit* ein Titel der zum Nachdenken anregen sollte.
„Die Freundin die ist weg und der Job verloren. Du feierst Exzesse bis in den Morgen. Man muss Schmerzen fühlen, Leiden ertragen, denn man wächst, man wächst an Niederlagen…“ „…Du hast keine Wohnung und du hast nicht mal ein Heim. Und du bist der Meinung, jeder drückt dir eine rein. Doch dann ist es die Zeit, sein Schicksal anzunehmen. Aufstehen und Kämpfen und niemals aufgeben…“ „…Das sind *Prägende Zeiten* deine Offenbarung, denn Trauer als auch Schmerz steigert die Erfahrung…“ Ja und auch das kennt jeder.

Drei Ausschnitte aus drei Texten, die bei weitem noch nicht alles wiedergeben was man in diesem Album findet. Ich denke man erkennt, hier hat uns jemand was zu sagen.

Mein Fazit: Man erkennt ganz klar, die Band hat sich weiter entwickelt. An einigen wenigen Stellen ist Thorsten in den Höhen noch nicht ganz Stimmfest, das Album macht dadurch aber nicht weniger Spaß.

Anke Sommer/Redaktion

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