Inge & Heinz – Interview mit Metal-und Rockbands von Musicworld

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(Foto: Band)

1. Wie weit würdet ihr als Band gehen, um auf dem ein oder anderen Festival spielen zu dürfen?
Das ist ne relativ einfache Frage. Geld mitbringen könne wir nicht. Der Großteil von uns ist verheiratet, hat Kinder, ist geschieden oder noch schlimmer – studiert. Da hätten wir gar keine Kohle für. Wir bewerben uns, wie wahrscheinlich alle anderen Bands auch. Ich denke, schon meine große Hutkiste ist für die meisten Veranstalter ein Ausschlusskriterium, ganz zu Schweigen von dem ganzen anderen Gerümpel, den wir so mitbringen. Das hat sich, glaube ich, auch schon ein wenig rumgesprochen.

2. Was haltet ihr von den vielen Votings, die kurz vor einem Festival noch stattfinden? Kann es in der Musik überhaupt Gewinner und Verlierer geben?
Das haben wir einmal gemacht. Da ging es um nen Slot beim Full Force. Wir haben auch gar nicht so schlecht abgeschnitten, Fünfter oder so. Gereicht hats trotzdem nicht. Das kann man mal machen, aber man geht damit ja seinen Fans und Kumpels irgendwann auch ein wenig auf den Sack. Das machen wir eigentlich auch ohne Votings schon genug.

3.Wenn euer Band-Leben verfilmt würde: Welche Band würde Euch spielen?
Slayer!

4. Was macht für euch einen guten Support/-er aus?
Für uns sind alle, die uns nicht ausbuhen oder von der Bühne jagen, hervorragende Supporter. Es gibt mittlerweile doch einige, die immer wieder zu unseren Konzerten kommen und sogar unser Album und Merch gekauft haben. Leute wie du, die uns unterstützen, Veranstalter, die uns nicht nur einmal buchen, Bands die tatsächlich gerne öfter mit uns spielen, unsere Crew von Amplified – Veranstaltungstechnik, die uns immer wieder begleitet, unsere Merch-Fee, die unser Zeug verkauft. Für all das sind wir sehr dankbar! Ohne diese vielen Typen und Typinnen würde es uns ja in der Form gar nicht geben.

5. Welche Festivals sind eure Favoriten und warum?
Also da komm ich nich drumherum das Bergfunk Open Air und das Spreewaldrock zu nennen. Beim Bergfunk gehören wir seit Jahren zum Inventar und die Crew hängt da so viel Herzblut rein. Da kann man sich  nur wohlfühlen. Dieses Jahr wurde jede Band mit nem persönlichen Willkomensbrief im Backstage überrascht. Sowas ist echt n Knaller! Auf dem Spreewaldrock sind wir nächstes Jahr mittlerweile das fünfte Mal in Folge dabei. Die ersten zwei Jahre spielten wir auf der Campstage. Nach dem das für uns doch überraschend gut lief, buchte man uns auf der Mainstage vor ein paar tausend Leuten. Da kann man nur allen danken, sowohl dem Veranstalter als auch den ganzen Verrückten vor die Bühne.
Es gibt aber noch ein paar andere Festivals, wie das In Flammen, MV-Metal Meeting, HROck oder das Mosh gegen Krebs, die man eigentlich nicht verpassen sollte.

6. Würdet ihr einem Bandcontest zustimmen, wenn es nur um den Deutschrock geht?
Dazu muss ich sagen, dass wir seit einigen Jahren an keinen Contests mehr teilnehmen. Meistens gibts ja da ne Altersspanne. Da sind wir weit drüber. Als wir sind einfach zu alt. Wir hatten aber durchaus positive Erfahrungen mit sowas. Vor vielen Jahren haben wir sogar mal einen gewonnen und durften als „Preis“ vor Knorkator spielen. Aber wie gesagt, wir sind da einfach zu alt.

7. Was macht für euch guten Deutschrock aus?
Dazu kann ich eigentlich nur wenig sagen, da meine Wurzeln eher im Metal liegen. Ich bin mit Kreator, Metallica, Napalm Death und Depeche Mode groß geworden. Beim Rest unserer Kapelle sieht es ähnlich aus. Unsere Jitta sticht da vielleicht noch n bisschen raus. Sie hört schön 90er Pop und so klassische Hits der 80er. Aber mit Deutschrock kann bei uns eigentlich keiner so richtig was anfangen. Ich muss aber sagen, dass wir durch unsere Konzerte schon viele Kapellen dieses Genres kennen gelernt haben und das bis jetzt alles ziehmlich fetzige Typen waren.

8. Mit welcher Band würdet ihr gern mal zusammen spielen und mit welcher nicht?
Da gehen die Wünsche innerhalb der Band ach sehr weit auseinander. Unsere Jitta würde bstimmt gern mal David Duchovny einladen. Mark sein Traum ist bereits dieses Jahr in Erfüllung gegangen, als wir mit „Von wegen Lisbeth“ gespielt haben. Wir haben auch schon mal nach Vader gespielt. Peter kam danach zu uns und fand uns großartig. Das fand ich sehr cool. Im Dezember sind wir in Leipzig im Hellraiser mit „Illdisposed“. Atze unser Drummer ist auch schwer begeistert, dass wir mal den Backstage mit A.O.K. Teilen durften und auch dieses Jahr mit Tom Angelripper n Bier trinken konnten. Der ist aber auch verdammt alt, der Tom. Älter als wir!

Eigentlich ist uns nur wichtig, dass die Bands, mit denen wir spielen, halbwegs entspannt drauf sind und kein Problem damit haben, nach uns auf einer völlig mit Konfetti eingesauten Bühne zu spielen.
Bands, die unentspannt sind und keinen Sinn für Humor haben, haben es mit uns schwer.

9. „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“—ein Spruch, der durch die Exzesse legendärer Rockgrößen wie Guns N‘ Roses, Black Sabbath oder den Rolling Stones zum Lebensmotto eines jeden Pubertierenden wurde. Ist dieser Spruch immer noch hinter den Kulissen aktuell?
Also bei uns schon seit Jahren nicht mehr. Die Zeiten, als wir noch vor dem Ausladen unseres Gerümpels am Veranstaltungsortes ertsmal nen Cocktail geholt haben, sind dann doch vorbei. Da wir seit einiger Zeit auch mit Pyro unterwegs sind und den Kramauch selber zusammenklemmen müssen, muss da schon etwas Disziplin herrschen. Wir erleben auch insgesammt, dass sich die meisten Bands da sehr zusammenreißen und sich vorbereiten und sogar warm spielen. Letzteres kommt für uns aber absolut nicht in Frage. Irgendwo hört es auch auf.

10. Wie kommt man an heiße Frauen nach einem Konzert?
Das weiß ich auch nich. Auf den Konzerten, wo wir immer eingeladen werden, gibts entweder nur langhaarige Typen mit fraglichen Shirt-Motiven oder verrückte Menschen, die uns ihre Schuhe zeigen oder eine halbe Melone auf dem Kopf tragen – oder beides. Meistens beides. Aber hübsche Frauen? Unser Mark is ne hübsche Frau, aber den bringen wir selber mit. Zählt das auch?

11. Habt ihr auch manchmal die Schnauze voll voneinander?
Manchmal? Das kommt durchaus mal vor. Wäre auch komsich, wenn nicht. Ich glaube, es gibt Tage, da gehen wir uns ganz schön auf die Nerven. Wir sind alle so unterschiedlich. Schon allein unsere Altersspanne innerhalb der Band liegt bei über zwanzig Jahren. Da prallen schon alleine bei der Musikwahl im Bus auf dem Weg zum Gig Welten auf einander.  Da ist viel Toleranz von jedem gefordert. Wir versuchen immer, dass jeder berücksichtigt wird. Unser Hackse findet z.B. „Down“ ziemlich großartig. Das hört vom Rest der Band nun überhaupt keiner. Also läufts auch nicht im Bus.

12. Was geht bei euch so im Proberaum ab, wenn ihr mal keine Lust zum Proben habt?
Das ist bei uns bestimmt n bischen anders als bei anderen Bands. Meistens sitzen wir rum, blödeln mit unseren Instrumenten rum, trinken Bier und reden dummes Zeug. Und weil das sehr oft vorkommt, fahren wir genau mit dem Plan auch ins Studio. Das Ergbnis hört man dann auf unseren Platten. Ein guter Beweis dafür ist u.a. der Song „Ein“. Da ist das volle Ausmass dann auf CD gelandet.

Danke Inge und Heinz für das Interview.

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